Gatersleben - eine kurze Übersicht

Allgemeines

Die Gegend um Gatersleben war schon in der Steinzeit besiedelt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahr 964. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Gatersleben den Charakter eines Ackerdorfes. Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung wandelte sich auch die Prägung des Ortes. Gatersleben liegt heute in einer Gegend mit sehr fruchtbaren Böden. Gatersleben gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Seeland und befindet sich somit im Salzlandkreis. Die Gemeinde hat derzeit 2.339 Einwohner (Stand 30.06.2008). Die Gesamtfläche umfasst mehr als 16 Quadratkilometer.

Gewässer und Wappen

Seen und Wasser haben in Gatersleben eine große Bedeutung. Durch unsere Gemeinde fliesst die Selke, ein normalerweise ruhiger Fluss mit sehr schöner, grüner Uferzone. In der Mitte des 15. Jahrhunderts begann man, die Selke umzuleiten. Dadurch entstand 20 km weiter östlich der "Große Gaterslebisch- Ascherslebische See", der etwa 2 Jahrhunderte lang durch seinen Fisch- und Wildreichtum, zusammen mit dem Hakelwald, das Leben und die Wirtschaft der umliegenden Gemeinden bestimmte. Im Wappen von Gatersleben sieht man diesen See mit einem Hecht darin und darüber 7 Getreideähren. Der Hecht steht für den Fischreichtum des Sees zwischen Aschersleben und Gatersleben, der von 1450 bis 1700 existierte . Die 7 Ähren stehen für die Landwirtschaft, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts der dominierende Wirtschaftszweig war. Durch den Einfluss der preußischen Könige wurde der See im 18. Jahrhundert trockengelegt, um für die Landwirtschaft mehr Acker- und Weideland zu gewinnen.

Industrialisierung

Mit Beginn der Industrialisierung siedelten sich einige Firmen in Gatersleben an, wie z.B. die Zuckerfabrik und die Dampfpflugfabrik Heucke - heute JCB Vibromax GmbH.

Von großer Bedeutung für unseren Ort ist das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK).

Am Ortsrand befindet sich eines der modernsten Aluminiumwalzwerke Europas - die Novelis Deutschland GmbH, Werk Nachterstedt.

Ländlicher Charakter

Obwohl sich eine Wandlung vom Ackerdorf zum Industrie- und Wissenschaftsstandort Gatersleben vollzogen hat, werden auch die Felder und Äcker ringsum intensiv bewirtschaftet. Die Feldwege werden traditionell mit einheimischen Obstgehölzen bepflanzt. Durch unseren Bauhof und den ortsansässigen Anglerverein werden die Fischteiche erhalten und gepflegt. Das Areal wird von den Einwohnern und Gästen gerne zu einem erholsamen Spaziergang genutzt. Auf die Begrünung des Ortes wird großer Wert gelegt. Durch eine zielgerichtete Entsiegelung von Flächen sind bereits viele grüne Ecken mehr entstanden. Auch den ländlichen Charakter des Dorfes gilt es zu erhalten. Einige der historischen sieben Bauernhöfe wurden liebevoll hergerichtet, darunter auch der Oberhof, auf dem sich das Rathaus befindet.

Ortsrand und Landschaftseinbindung

Der am Ortsrand gelegene Sportplatz - unser Heinz-Steyer-Stadion (eingeweiht 1967) - wurde mit heimischen Bäumen und Sträuchern in die Landschaft eingebunden. Dadurch ist er auch vor Wind- und Wettereinflüssen geschützt.

Im Norden und im Südosten des Ortsrandes liegen unsere beiden Kleingartenanlagen. Viele Einwohner haben dort ein "Stück Natur gepachtet". Betreut werden die Anlagen durch unseren Gartenverein, der auch für die Vergabe und Pflege nicht bewirtschafteter Parzellen verantwortlich ist.

Gerade in der östlichen Gemarkung Richtung Nachterstedt wurde bereits viel getan. Die Feldwege wurden angepflastert und deren Ränder mit Obstgehölzen bepflanzt. Nach der endgültigen Stilllegung der Braunkohlengrube entsteht heute in der Nähe von Gatersleben ein Naherholungsgebiet, das "Harzer Seeland". Die Flutung des ehemaligen Tagebaurestloches lässt einen See entstehen, der zur Erholung einlädt. Die touristische Nutzung hat 2002 begonnen. Baden und Wassersport, Spaß und Spiel sind auf dem Concordia- See seitdem möglich. Insbesondere die ausgebauten Radwege zum See über Friedrichsaue, Nachterstedt und Hoym werden sehr rege genutzt. Ein Teil des Radweges gehört zum Europa - Radweg R1. Auch der Aussichtspunkt am Concordia- See ist ein beliebtes Ausflugsziel und bietet einen wundervollen Blick auf den See.

Natur und Naturschutz werden in Gatersleben groß geschrieben. So lernen schon unsere Jüngsten im "Grünen Klassenzimmer" viel über ihre Umwelt und den Schutz der Ressourcen.

Partnergemeinde in Niedersachsen

Seit 1990 haben wir partnerschaftliche Beziehungen zu Delligsen (www.delligsen.de) im Landkreis Holzminden in Niedersachsen. Zum Flecken Delligsen gehören die Ortschaften Delligsen, Grünenplan, Kaierde, Hohenbüchen, Ammensen und Varrigsen. Der Bürgermeister unserer Partnergemeinde ist Hans-Dieter Krösche.