Wirtschaft und Entwicklung

Wirtschaftsförderung

Bei Gewerbeansiedlungen, für Beratungen oder Fragen in dieser Angelegenheit steht die Bürgermeisterin jederzeit persönlich gern zur Verfügung. Wir sind sehr bestrebt, ein unternehmerfreundliches Klima in unserem Ort zu schaffen. Im BIOTECH-Gründerzentrum, welches im Herbst 2000 fertiggestellt wurde, stehen jungen Firmen kostengünstig Räumlichkeiten für eine Existenzgründung zur Verfügung. Der hohe Auslastungsgrad führte dazu, dass im Jahr 2007 das Technologie- und Gründerzentrum im Biopark in Betrieb genommen wurde. Es verfügt über ein hochodernes Gewächshaus, ein Laborgebäude und ein Konferenzzentrum.
Im Biopark stehen den Firmen auch interessante Freiflächen zur Verfügung.


Ortsentwicklungsplan von 1991


Bereits im Jahr 1991 wurde das Büro für Stadt- und Freiraumplanung Luc Lepere, Bremen, beauftragt, eine Rahmenplanung für die weitere Entwicklung unseres Ortes aufzustellen. Es entstand ein Ortsentwicklungsplan unter Berücksichtigung des dörflichen Charakters und des historischen Ortskerns. Ziel dieser Konzeption war es, die historischen ortsbildprägenden Gebäude zu erhalten, die Wohn- und Arbeitsbedingungen auf ein zeitgemäßes Niveau anzuheben, die Grundversorgung und Infrastruktur zu gewährleisten und zu verbessern, die Entwicklung des Ortes zu stärken und die Bevölkerung aktiv am Entwicklungsprozess zu beteiligen.

Die Gemeinde Gatersleben wurde aufgrund ihrer großen Einwohnerzahl nicht in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Die vorliegende Dorfentwicklungsplanung bildete dennoch die Grundlage für die weitere Entwicklung unseres Ortes und diese Konzeption wurde Jahr für Jahr kontinuierlich und zum großen Teil ohne Fördermittel umgesetzt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben ihre persönlichen Möglichkeiten und Fertigkeiten bei der Umsetzung mit eingebracht. Vor allem bei der Gestaltung der Gebäude bzw. Fassaden und auch des Umfeldes wurde in den letzten Jahren trotz hoher Arbeitslosigkeit und geringer Einkommen vieles umgesetzt. Zu erwähnen seien hier folgende Objekte aus dem Ortsentwicklungsplan (Umsetzung ohne Förderung):


LOCALE von 1999


1999 bewarben wir uns gemeinsam mit der Verwaltungsgemeinschaft Hoym-Nachterstedt und Wilsleben für das Landesförderprogramm "LOCALE". Im Rahmen dieser Landesinitiative wurde ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das von den Gemeinden und Orten rund um "Seeland" gemeinsam abgestimmt und zielgerichtet entwickelt wurde. Mit den Bürgern und Vereinen wurden in zahlreichen Versammlungen und verschiedenen Einzelgesprächen Perspektiven für den Ort aufgezeigt und Möglichkeiten zur Umsetzung der Maßnahmen erörtert. Leider wurde die Seeland-Region vom Land nicht als förderwürdig ausgewählt. Heute können wir feststellen, dass Teile der Konzeption zur "LOCALE" bereits mit Eigenmitteln umgesetzt wurden.

Folgende Projekte der "LOCALE" wurden umgesetzt:

Wirtschaftliche Initiativen

Die Bürger und die wirtschaftlichen Unternehmen leisteten einen großen und entscheidenden Beitrag bei der Umsetzung des Entwicklungskonzeptes. Gemeinsame Initiativen und Ideen wurden von den Bürgern und der Wirtschaft eingebracht.

Die wirtschaftliche Entwicklung unseres Ortes wird sehr deutlich am Arbeitsplatzangebot.



Darstellung der Entwicklung der mittelständischen Betriebe und der Betriebe mit über 100 Beschäftigten in der Gemeinde Gatersleben

Jahr 1999 2002 2004 2006 2007 2008 2009
Anzahl kleiner u. mittelständiger Betriebe 81 mit 490 Beschäftigten 91 mit 405 Beschäftigten 110 mit 432 Beschäftigten 125 mit 452 Beschäftigten 122 mit 444 Beschättigten 126 mit 399 Beschättigten 132 mit 383 Beschättigten
Anzahl Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten 3 mit 940 Beschäftigten 3 mit 1145 Beschäftigten 3 mit 1214 Beschäftigten 3 mit 1236 Beschäftigten 3 mit 1270 Beschäftigten 3 mit 1290 Beschäftigten 3 mit 1284 Beschäftigten
Beschäftigte gesamt: 1430 1550 1646 1688 1714 1689 1667

Die Tabelle zeigt die Entwicklung in unserer Gemeinde von 1999 bis 2008. Dabei handelt es sich überwiegend um kleine und mittlere Unternehmen sowie die 3 größeren Betriebe NOVELIS Deutschland GmbH, das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung und JCB Vibromax GmbH.



Für eine wirtschaftliche Entwicklung sind aber nicht nur die Anzahl von Arbeitsplätzen und Unternehmen ausschlaggebend. Die Erkennung und die Nutzung örtlicher Chancen und der besonderen Potentiale sind entscheidend für eine solche positive Entwicklung.

Gatersleben hat sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Standorte der pflanzlichen Biotechnologie im Land Sachsen-Anhalt entwickelt. Das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, die BASF Tochter SunGene, das BIOTECH-Gründerzentrum und der Biopark mit verschiedenen Neugründungen tragen entscheidend zu dieser Entwicklung bei. Alle auf dem Biotech - Campus ansässigen Firmen und Einrichtungen haben sich zu der Standortinitiative Green Gate Gatersleben - The Plant Biotech Center (GGG) mit dem Ziel zusammengeschlossen, den Standort gemeinsam zu vermarkten und nach außen zu präsentieren.

Die ehemalige Domäne hat einen neuen Besitzer gefunden und beherbergt den noch einzigen landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemeinde.

Die Firmen in unserem Ort haben die Möglichkeit, sich in unserem gemeindeeigenen Schaukasten vorzustellen und die Sparkasse gibt in Form kleiner Ausstellungen den ortsansässigen Firmen die Gelegenheit zur Präsentation. Betriebsjubiläen werden im Gaterslebener Blick, dem gemeindeeigenen Amtsblatt, bekannt gegeben. Die Firmen beteiligen sich in Form von Spenden an Straßenfesten und anderen Feierlichkeiten im Ort. Der Tag der offenen Tür auf dem BIOTECH-Campus und das Fest der Begegnung werden von den Einwohnern und zahlreichen Gästen genutzt, um sich über die Entwicklung des Standortes zu informieren. Diese Entwicklung erfüllt unsere Bürger mit Stolz.



Erhalt des dörflichen Charakters


Besonderer Wert wird bei der gemeindlichen Entwicklung auf den Erhalt des dörflichen Charakters und die Verbesserung der vorhandenen dörflichen Strukturen gelegt. Einige Beispiele seien genannt:


Verbesserung der Infrastruktur

Während es Anfang der 90-er Jahre beim Straßenbau darum ging, Schlammpfützen zu beseitigen, wird heute großer Wert darauf gelegt, dass der dörfliche Charakter unseres Ortes erhalten bleibt und sich dennoch mit Modernem verbindet. Die Verkehrsinfrastruktur konnte weiter verbessert werden. Der Bahnhofsvorplatz wurde im Rahmen des Schnittstellenprogramms der NASA im Jahr 2000 ausgebaut. Parkplätze, Fahrradständer und Bushaltestelle wurden neu geschaffen. Der Bahnsteig wurde durch die Deutsche Bundesbahn neu gestaltet. Vier weitere Bushaltestellen im Ort werden durch die Gemeinde unterhalten. Der Straßenausbau wurde entsprechend des Ortsentwicklungsplanes und nach unserem Straßenausbaukonzept (Ober-/Unterdamm 1997/98, Liebigweg 1998/99, Schmiedestraße 2003, Leibnizweg 2005, Hans-Stubbe-Straße, Am Kapellenteich, Erwin-Baur-Platz 2006, innerörtliche Kreisstraße ab 2008, Brücke Schmiedestraße 2008) umgesetzt. Neue Radwege wurden angelegt, um die Anbindung ans Seeland weiter zu verbessern. Im Mai 2007 wurde mit Stolz unsere neue und moderne Kläranlage offiziell in Betrieb genommen. Die Gemeinde investierte hier ca. 1 Mio EUR. Das Schmutzwasser-Hauptpumpwerk am Selkeweg ist ebenfalls umpfangreich saniert worden und eine neue Schmutzwasserleitung zwischen der Hühnerbrücke und der Corrensstraße wurde gelegt. Mit dem Bau einer Friedhofskapelle wurde Ende 2007 begonnen und im November 2008 fertiggestellt..

Großer Wert wird heute auch auf behindertengerechte Lösungen beim Straßenbau gelegt. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Integration behinderter Menschen geleistet.

Die Gemeinde investierte in 2008 fast 3,0 Mio EUR und in 2007 über 1,3 Mio EUR in die weitere Verbesserung der Infrastruktur. Allein 70% der Investitionenwerden in Deutschland von den Städten und Gemeinden getragen. Damit ist die öffentliche Hand ein wesentlicher Motor des wirtschaftlichen Aufschwungs.



Initiativen zur Grundsicherung


Die Bereiche Handel, Dienstleistungen und Handwerksbetriebe haben sich stetig entwickelt.


1. Grundversorgung


Der Ort verlor zu unserem Bedauern das Postamt, aber eine kleine Poststelle konnte erhalten bleiben. Ein Schuster, eine langjährige Tradition in Gatersleben, bietet seine Leistungen kombiniert mit Reinigung und weiterem Service an. Wir verfügen über einen Supermarkt mit Fleischerei und Bäcker (NP-Markt) sowie einen Drogeriemarkt (Schlecker). Gatersleben hat eine Hauptgeschäftsstelle der Salzlandsparkasse.


2. Gesundheit und Gesundheitsvorsorge


Im Bereich der gesundheitlichen Vorsorge und Betreuung haben wir eine Arztpraxis, eine Zahnarztpraxis, eine Apotheke sowie eine Physiotherapie. Im Ort befinden sich außerdem zwei langjährig geführte Tierarztpraxen.


3. Weitere Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen


2 Frisörgeschäfte, 2 Blumenläden, eine Quelleagentur bereichern die Angebote im Ort. Zwei Gaststätten mit Pension und weitere Schankwirtschaften sorgen für das leibliche Wohl.

Das Handwerk hat sich auch bei uns gut entwickelt. Gab es früher Schmiede, Müller und Stellmacher, sind es heute 2 Elektroinstallations-
betriebe, 1 Firma für Sanitär- und Heizungsbau, eine Dachdeckerfirma, eine Firma für Fliesenarbeiten, eine Firma für Küchenmontagen, eine Tischlerei, eine Firma für Schornsteinbau und diverse Hausmeisterdienste. Außerdem befinden sich in unserem Ort ein Fahrradgeschäft, eine Reinigung mit Wäschemangel, diverse Finanzdienste und Versicherungen, zwei Ingenieurbüros für Bau, Heizung, Sanitär, eine Spedition und Fuhrunternehmen.

Insgesamt haben wir 129 gewerbliche Firmenanmeldungen mit 1.689 Arbeitsplätzen, die weit über unsere Ortsgrenze hinaus ihre Dienstleistungen und Arbeiten anbieten. (Stand 31.12.2008)

Gatersleben hat nicht nur in unserer Region einen guten Ruf und große Bedeutung - Gatersleben ist auch weltweit bekannt als:


Forschungsstandort



Industriestandort
Alle Unternehmer vor Ort arbeiten gut und gern zusammen, sowohl im wirtschaftlichen als auch im sozio-kulturellen Bereich.

Der Erhalt der dörflichen Optik und die kontinuierliche Verbesserung der Infrastruktur, sowie unsere prosperierende wirtschaftliche Entwicklung haben die Lebensqualität in der Gemeinde sehr verbessert und haben Gatersleben wieder zu einem liebenswerten Ort gemacht.